Historie
Lange Brücke im Wandel der Zeit
Die Lange Brücke, die jetzt von der Regierungsstraße bis zur Großen Arche reicht, überspannt in zwei getrennten Bögen den Walkstrom und den Bergstrom. Früher ruhte der dazwischen liegende Häuserkomplex gleichfallls auf Pfeilern, so dass es eine "lange Brücke" war - von einem Flußlauf über den anderen. Infolge dessen bezeichnete der Name "longus pons" auch lange Zeit hindurch das Straßengebiet nur soweit, wie die Brücken und Pfeiler reichten. Der Teil der heutigen Langen Brücke, der bei der Marstallstrasse liegt, hieß "auf dem Brückchen". Aus diesem Namen darf man schließen, daß auch das oberste Stück nach der Neustadt hin brückenmäßig ausgebaut war, weil der dort sumpfige Untergrund die Anlage einer festen Straße sehr erschwerte.
*Quelle Text: Erfurter Stadtarchiv / Mitteilungen des Vereins für die Geschichte und Altertumskunde von Erfurt 4-o/E8b/30
Auf dem gegenüberliegende Teil bei der "Halben Mühle" steht die heutige Sackpfeiffenmühle (Lange Brücke 53). Sie ist seit 1260 im städtischen Besitz und wurde zur Sicherung der durch die Gassen führenden Wasserläufe eingerichtet. Nach einem Brand wurde sie 1736 im Barockstil mit einem auf einem einzigen Ständer abgestützen Erker wieder aufgebaut. Die Mühle wurde bis 1930 betrieben. Leider ist das Mühlenhaus heute abgetragen oder wie bei den anderen Mühlen rund um die Lange Brücke leer aber die interessanten technischen Bauwerke und Anlagen sind zum Teil noch im Ansatz erkennbar.
Bild: © Jürgen Valdeig
Im Jahre 1817 wurde dann dann die Straße von der Neustadt (jetzt Regierungsstrasse) bis zur Großen Arche die Lange Brücke genannt. 1870 kamen dann auch das Plänchen und auch der Stunzenplatz (vor der Stunzengasse) mit zur Langen Brücke.
Nürnberger Geleitstrasse
Eine der wichtigsten europäischen West-Ost- Verbindungen verlief seit dem frühen Mittelalter quer durch Thüringen. Als via regia schnitt sie sich in Erfurt mit der bedeutenden Nord- Süd-Verbindung zwischen Ostseeküste und Italien, der Nürnberger Geleitstraße.
Die Ansicht zeigt das Äußere Löbertor in Erfurt von der Höhe des heutigen Kaffeetrichters um 1500 - im Hintergrund der Mariendom sowie die Peterskirche.
Die Nürnberger Handelstransporte mussten durch das Löbertor von Süden in die Stadt einfahren und durften sie nur durch die beiden Nordtore wieder verlassen.
Bild: © Jürgen Valdeig
Text: Dr. Steffen Raßloff
Das Andreastor diente als Route zu den norddeutschen Hansestädten. Durch das Johannestor ging es in Richtung Mansfeld und Magdeburg.